Regionale Unternehmen: Fischerhof am Kernersee stellt sich vor

Wir haben mit regionalen Unternehmen über ihre Angebote, unseren Landkreis und das Thema Nachhaltigkeit gesprochen: Fünf davon möchten wir Ihnen diese Woche präsentieren. Vor allem zu den Herausforderungen ist unser Projektbüro für nachhaltigen Tourismus im Austausch mit den Akteur*innen und prüft entsprechende Unterstützungsmöglichkeiten.

Hier trifft Sachsen-Anhalts schöne Natur auf Handwerk und Familientradition. Auf dem Fischerhof am Kernersee im Seegebiet Mansfelder Land freuen sich Familie Kulawik und das gesamte Team auf Ihren Besuch.

Stellen Sie sich doch mal kurz vor!

Mein Name ist Ulrich Kulawik und ich bin seit 1978 an den Mansfeldern Seen als Berufsfischer tätig. Im Jahr 1983 schloss ich mein Studium als Ingenieur für Binnenfischerei erfolgreich ab.

2002 habe ich meinen jetzigen Betrieb, den Fischerhof am Kernersee gekauft, umgebaut und umstrukturiert. Wir bewirtschaften ca. 300 ha Seefläche.

Mit den Saisonkräften sind insgesamt 11 Mitarbeiter*innen bei uns tätig, davon 2 Azubis. Wir bilden sowohl Lehrlinge als auch Meister aus.

Welche Angebote (online/offline) finden wir bei Ihnen und was ist das Besondere daran?

Im Fischerhof verkaufen wir Angelkarten für den Bindersee und den Süßen See, über den Hofladen können unsere Kund*innen Räucherfisch, Frischfisch, Marinaden und Fischplatten erwerben. Mit unseren Verkaufshängern sichern wir die regionalen Märkte ab. Auch Reisebusse beköstigen wir gern mit unseren Spezialitäten. Für die unmittelbare Umgebung bieten wir einen Lieferservice an.

Unsere Gäste haben die Möglichkeit Betriebsfeiern, Hochzeiten, Meetings und Weiterbildungen im Kaminzimmer auszurichten oder an Führungen teilzunehmen. Kindergärten und Schulen schätzen unseren Hof für Projekttage.

Samstags und sonntags von Mai bis Oktober, braten wir immer von 11 bis 14 Uhr frischen Fisch. Am ersten und dritten Samstag im November veranstalten wir ein Schaufischen mit den Kindern.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit/Regionalität in Ihrer täglichen Arbeit und wie tragen Sie Nachhaltigkeit nach außen?

Regionaler Fisch ist ein gesundes Lebensmittel direkt vor unserer Haustür. Unsere Seen sind sensible Ökosysteme mit Schutzstatus.

95 % unserer gefangenen Fische werden den Kund*innen lebend angeboten und ebenso 95 % der Fische verkaufen wir über die Direktvermarktung. Unsere Fischverkaufskultur erleben unsere Gäste mit einer Fachberatung unterschiedlichster Kräfte, vom Azubi bis zum Altfischer (Rentner).

Die Befischung der Mansfelder Seen findet in erster Linie in der kalten Jahreszeit statt, ganz unter dem Motto: Tierwohl und Vermeidung von unnützen Fischverlusten. Bei der Verarbeitung der Tiere setzen wir auf die maximale Ausbeute.

Was lieben Sie an Mansfeld-Südharz und was sind die Herausforderungen in der Region?

Wir lieben an Mansfeld-Südharz, dass es im Zentrum von Deutschland liegt. Hier haben wir die blauen Augen unserer Region, die Mansfelder Seen. Unsere regionale Geschichte ist einmalig und selbst Luther aß schon Fisch aus den Mansfelder Seen. In unserem Landkreis können wir ein großes Angebot an regionalen Lebens- und Genussmitteln verzeichnen.

Herausforderungen sehen wir in der Verbesserung des Zusammenspiels und Intensivierung der Vermarktung unserer regionalen Betriebe mit den Touristeninformationen, den Städten und Gemeinden.

Blick in die Zukunft: Welche Wünsche und Ziele haben Sie für Ihr Unternehmen?

Aus unserer Sicht dürfte man Fachleute mit Kompetenz nicht durch Verordnungen und Gesetze ausbremsen. Auch Kleinstunternehmen müssen wählen dürfen, welche Zahlen sie weitergeben, da sie in der Statistik nicht auffallen.

Seit Jahrzehnten wird uns versprochen, die Bürokratie abzubauen. Dennoch wird es in der Praxis leider von Jahr zu Jahr mehr.

Beim Pachtzins müssten u.a. folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Die Kosten der Müllbeseitigung an den Seen,
  • der Naturschutz,
  • die nachhaltige Bewirtschaftung der Gewässer,
  • das fehlende Wasservolumen in den heißen Sommern,
  • die Reglementierung der Binnenfischerei durch die Wasserrahmenrichtlinie,
  • die Aalverordnung,
  • und die Natura 2000.

Egal, wie schlecht sich auch die Zukunft entwickeln mag, ein*e aktive*r Unternehmer*in wird immer reagieren und der Markt ist der Richter der Handlung.

Hier noch ein paar Eindrücke von unserem Besuch auf dem Fischerhof am Kernersee:

Kontakt zum Fischerhof am Kernersee:

Fischerhof am Kernersee
Am Kernersee 3
06317 Seegebiet Mansfelder Land OT Seeburg
034601 25790
fischerhof@kernersee.de
www.kernersee.de

Kontakt zum Projektbüro für nachhaltigen Tourismus:

Möchten Sie mit uns zum nachhaltigen Tourismus in Mansfeld-Südharz ins Gespräch kommen?

Dann vereinbaren Sie gern einen Termin unter:
03464 54599 14
madelaine.ulrich@lkmsh.de