Mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz für Unternehmen im Tourismus #10Tipps

Touristische Anbieter*innen stehen immer mehr vor der Herausforderung ihren Betrieb nachhaltiger aufzustellen, denn auch die Gäste achten verstärkt auf ein grünes Image. 75 % der Urlauber*innen würden sogar mehr für Ihre Übernachtung bezahlen, wenn sie ökologisch nachhaltig ist.

Viele Unternehmen verbinden den Prozess mit viel Aufwand und hohen Kosten, was nicht unbedingt sein muss. Auch kleine Veränderungen führen zu einer nachhaltigen Zukunft und bieten viel Potenzial für Einsparungen.

Das Projektbüro für nachhaltigen Tourismus hat 10 Tipps und Ideen für Sie zusammengefasst, wie Sie Ihren Betrieb entsprechend anpassen können und hilft Ihnen gern beim Start der Umsetzung.

Neben den bekannten Maßnahmen zur Reinigung, Beleuchtung und dem Abfallmanagement, gibt es noch einige andere Tipps in puncto Nachhaltigkeit für touristische Anbieter*innen.

Die Tipps richten sich beispielsweise an Unterkünfte, Freizeiteinrichtungen und Restaurants.

Tipp #1: Fahrradverleih

Ganz im Sinne einer nachhaltigen Reise, steigen Gäste am Zielort zum Erkunden der Umgebung gern aufs Fahrrad um. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, einen Fahrradverleih anzubieten oder mit einem regionalen Anbieter zusammenzuarbeiten? Und wenn es doch das Auto sein soll – Car-Sharing ist auch eine gute Alternative.

Tipp #2: Umweltsiegel-Check

Wie eingangs erwähnt, achten Touristen bei Ihren Unterkünften und Aktivitäten mittlerweile verstärkt auf ein nachhaltiges Image. Online gibt es dafür verschiedene Gütesiegel, um Angebote im Sinne des nachhaltigen Tourismus schnell zu erkennen.

TourCert ist beispielsweise eines der etabliertesten Gütesiegel für nachhaltigen Tourismus. Das Viabono-Zertifikat ist ein Nachhaltigkeits-Symbol für Unterkünfte, Restaurants und Reisedienstleister*innen.

Außerdem steigt die Zahl der Bio-Hotels und -Bauernhöfe und gleichermaßen die Nachfrage. Hier wird weniger Plastikmüll produziert und ressourcenschonend gewirtschaftet. Das Projektbüro für nachhaltigen Tourismus berät Sie gern zu möglichen Zertifizierungen.

Tipp #3: Verschiedene Sprachen

Ein Teil des nachhaltigen Tourismus ist die Sprache: Wenn Ihr Personal die wichtigsten Worte in den gängigsten Sprachen beherrscht, kann der Gesprächsöffner eine Möglichkeit der nachhaltigen Kundenbindung sein.

Tipp #4: Personal lebt Nachhaltigkeit  

Begeistern Sie Ihr Personal für Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz und beziehen Sie es mit ein. Wenn Sie Ihren Betrieb nachhaltiger gestalten, sollten Ihre Mitarbeiter*innen mit einem guten Beispiel vorangehen. Nachhaltigkeit lässt sich auch prima in die Kommunikation mit den Gästen integrieren. Erklären Sie doch mal beim Check-in, warum Sie nicht jeden Tag die Handtücher wechseln – egal ob persönlich oder in digitaler Form. Was für Sie eventuell selbstverständlich ist, kann auf andere ganz nebenbei einen positiven Effekt haben.

Tipp #5: CleanUps für die Umwelt

Egal ob Unterkunft oder Freizeitattraktion: Wie wäre es mit einer organisierten Aufräumaktion in Ihrem Ort oder Landkreis? Einfach Müllbeutel an der Rezeption, Empfang etc. zur Verfügung stellen oder feste Startzeiten vorgeben und gemeinsam den umherfliegenden Plastikmüll entsorgen. Bereits nach kurzer Zeit werden Sie Aufmerksamkeit erregen und Menschen ermuntern mitzumachen. So tun Sie gemeinsam etwas für die Umwelt und können die Aktion super als Kommunikation (z. B. auf Social Media) nutzen.

Tipp #6: Lange, günstigere Aufenthalte

Bei einer nachhaltigen Reise steht die Distanz zwischen dem Wohn- und Urlaubsort der Gäste in einem sinnvollen Verhältnis zur gesamten Reisedauer. Oft ist es weder nachhaltig noch erholsam für eine sehr kurze Zeit zu reisen. Dem können Sie entgegenwirken, wenn Sie viele zusammenhängende Nächte in Ihrer Unterkunft günstiger anbieten und damit einen Anreiz für eine längere Nutzung schaffen.  

Tipp #7: (Zimmer)Ausstattung für weniger Gepäck

Je mehr Dinge Ihre Gäste zu Ihnen mitnehmen, desto weniger nachhaltig sind die Reisen. Schweres Gepäck sorgt für einen höheren Treibstoffverbrauch und schränkt die Flexibilität ein. Je mehr Sie dem Gast anbieten, desto weniger braucht er mitnehmen, z. B. Pflegeprodukte im Bad. Für mehr Nachhaltigkeit können Sie diese auf Abruf bereitstellen, sodass sie nicht automatisch im Zimmer stehen, sondern eine Liste (mittels QR-Codes) im Zimmer vorhanden ist. Wenn Sie (vorher) online präsentieren, was es vor Ort bei Ihnen gibt, können sich vor der Reise alle entspannt darauf einstellen.

Tipp #8: Weniger All-inclusive, mehr lokale Erzeuger*innen

Durch All-Inclusive oder All-you-can-eat werden oft nicht die lokalen Unternehmen unterstützt. Kaufen Sie Ihre Lebensmittel weitestgehend saisonal und regional. Damit unterstützen Sie die heimische Wirtschaft und sparen Transportwege. Bei überregionalen Produkten achten Sie auf die Biozertifizierung und Fair-Trade-Siegel.

Tipp #9: Möglichst digital

Buchungsbestätigungen, Papierkarten & Co. landen nach dem Urlaub oft im Müll oder im Schrank. Digitale Bestätigungen, Angebote und Offlinekarten sind ein fester Bestandteil vom nachhaltigen Tourismus, um wenig Müll zu produzieren.

Tipp #10: Kommunikation nach außen

Sie haben schon ein paar Maßnahmen in Richtung Umweltschutz und Nachhaltigkeit umgesetzt? Prima, dann tragen Sie ein klares Statement nach außen und informieren Sie Ihre Gäste und Kund*innen darüber. Fragen, die Sie sich stellen können: Zeigen die Verantwortlichen auf Ihrer Website eine klare Haltung zu nachhaltigem Tourismus? Geben Sie Informationen hinsichtlich der angebotenen Lebensmittel, Ihres Müllmanagements und Ressourcen-Einsatzes an?

Kontakt zum Projektbüro für nachhaltigen Tourismus

Madelaine Ulrich: madelaine.ulrich@lkmsh.de o. 03464 54599 14

Quellen

www.careelite.de

www.betterspace360.com