Touristisches Leitsystem

Einheitliches touristisches Leitsystem Mansfeld-Südharz

Die Umsetzung des Projekts “Einheitliches touristisches Leitsystem” für den Landkreis Mansfeld-Südharz dient der Lenkung des motorisierten touristischen Verkehrs. Dieser soll hin zu touristischen Attraktionen und kulturellen Sehenswürdigkeiten geleitet werden. Die Implementierung des Vorhabens bildet einen Lückenschluss zu umliegenden Destinationen wie dem Landkreis Harz.

Als Handlungsgrundlage dient dazu die Richtlinie für touristische Beschilderung, kurz RtB, die entscheidet, ob auf eine Sehenswürdigkeit mit einem Hinweisschild aufmerksam gemacht werden darf.

Aktuelles

Aktuell wird die bauliche Umsetzung vorangetrieben. Im Laufe des Jahres 2025 sollen dann die Schilder für den gesamten Landkreis aufgestellt werden. Über alle Fortschritte können Sie sich entweder hier auf der Website oder auf den Social-Media-Kanälen der SEG informieren.

Die Meilensteine des Projekts

  • Winter 2022

    Zuwendungsbescheid

  • Sommer 2023

    Informationsveranstaltung mit den Genehmigungsbehörden zum weiteren Vorgehen

  • Februar 2024

    Abstimmungstermin mit dem Landesverwaltungsamt und dem Landkreis zu Zielspinnen und Knotenskizzen

  • April 2024

    Information der Bevölkerung durch das Aufhängen eines Informationsplakats

  • Sommer 2024

    Vorbereitung der Ausschreibungsunterlagen

  • Herbst 2024

    Beauftragung der Firma für die bauliche Umsetzung

  • Dezember 2024

    Aufstellung des ersten Hinweisschildes

  • ab 2025

    Aufstellung der weiteren Hinweisschilder im gesamten Landkreis

Die beauftragten Unternehmen

Zusammen mit dem Ingenieurbüro für Bauwesen Dipl.-Ing. Lars Deuter aus Quedlinburg sorgten der Landkreis Mansfeld-Südharz und die Standortentwicklungsgesellschaft Mansfeld-Südharz mbH in den vergangenen Jahren dafür, dass das Projekt vom Papier auf die Straße gebracht wird. Das Unternehmen befasste sich mit der Erarbeitung der Zielspinnen für die kategorisierten touristischen Ziele, fertigte Knotenskizzen an und schuf die konzeptionellen Grundlagen, nach denen die Baufirma vorgehen muss.

Mittels einer Ausschreibung und eines anschließenden Vergabeverfahrens für die bauliche Umsetzung konnte sich die Verkehrstechnik Potsdam GmbH durchsetzen. Die Baufirma ist seit Herbst 2024 damit beauftragt worden, Befahrungen vor Ort durchzuführen, die benötigten Materialien zu beschaffen, die Erstellung der Schilder in Auftrag zu geben und letztendlich diese aufzustellen.

Im Interview mit Gunter Schimpfermann

Herr Schimpfermann, Sie begleiten das Projekt „Einheitliches touristisches Leitsystem“ für den Landkreis Mansfeld-Südharz schon eine Weile. Könnten Sie kurz etwas zu sich, Ihrer Tätigkeit und den Aufgaben im Projekt sagen?

Wir, das Ingenieurbüro für Bauwesen Dipl.-Ing. Lars Deuter haben unseren Standort in der Welterbestadt Quedlinburg und bedienen ein breites Portfolio an Bauprojekten von Tief,- Kanal,- und Straßenbau über Hochbau,Ingenieurbau sowie Bauvermessung
aber auch Wasserbau und Projektsteuerung. Hier im Projekt sind wir in allen Leistungsphasen von der Grundlagenermittlung, Entwurfsplanung, Fördermittelbeantragung, Genehmigungs- und Ausführungsplanung sowie Ausschreibung und Bauüberwachung, aktiv und
Unterstützen den Landkreis Mansfeld Südharz bei der Projektumsetzung.

Wie sieht der Ablauf für ein Beschilderungsprojekt dieser Art generell aus?

Ziel des einheitlichen touristischen Leitsystems ist es, die Regelungen der gesetzlich verankerten touristischen Beschilderung (RtB 2008) derart umzusetzen, dass ein klar gegliedertes und strukturiertes Konzept für die touristische sowie die wegweisende Beschilderung entsteht.
Um ein Projekt dieser Art umzusetzen sind umfassende komplexe Bearbeitungsschritte erforderlich. Innerhab der Grundlagenermittlung ist in einem ersten Schritt der Bedarf zur Ausschilderung im Landkreis zu ermitteln und die gewünschten Ziele in einem Kategorisierungsverfahren über der Harzer Tourismusverband
in Kategorien nach Bedeutung des Zieles einzustufen und somit Ausschilderungsradien festzulegen. Nach der Datenerfassung und Einstufung sind so genannte Zielspinnen zu erarbeiten, welche den Beschilderungsradius vom Zielort in der eingestuften Kategorie mit den örtlichen Standorten von Tafeln und Wegweisern
an Bundes,- Landes,- Kreis,- und Gemeindestraßen außerhalb geschlossener Ortschaften analysiert. Auf Grundlage dieser Zielspinnen werden dann alle möglichen Kreuzungs,- und Knotenpunkte am Beginn der Zielführung bis zum Zielort örtlich Befahren und sämtliche Bestandsschilderstandorte mit Tragwerk und Schildermaßen vermessen.
Mit diesen Vermesungsunterlagen welche ca. 450 Standorte beinhaltet, beginnt die Entwurfsplanungsphase. Hier gilt es die Ziele vom jeweiligen Knotenpunkt unter Berücksichtigung der rechtlichen Grundlagen RtB, RWB, StvO, RWBA und im Zusammenspiel mit den verfügbaren Standorten der Örtlichkeit
in einem Verkehrskonzept dass eine klar gegliederte und strukturierte touristische sowie wegweisende Beschilderung fordert, zusammenzuführen. Das maßgebende Kriterium ist dabei, die Konzeption so umzusetzen, dass eine Überbeschilderung vermieden wird um, eine sichere Verkehrsführung gewährleisten zu können.
Mit der erarbeiteten Entwurfsplanung welche natürlich diverse Abstimmungen mit der Verkehrsbehörde, dem Baulastträger der Landesstraßenbauverwaltung, der Straßenmeistereien, der Polizei in Anhörung und dem Landesveraltungsamt erfordert, ist ebenfalls die Beantragung von Fördermitteln auszuführen.
Mit dem Bewilligungsbescheid erstellt durch die Fördermittelbehörde wird die Genehmigungsplanung für die Einholung der verkehrsbehördlichen Anordnung durchgeführt. Nach Anordnung werden die Statiken für die Standorte bearbeitet und die umfassenden Ausschreibungsunterlagen für jeden auszuschildernden Standort
für das Vergabeverfahren erstellt. Mit Vergabe an eine Baufirma beginnt nun die Ortsbegehung mit allen Projektbeteiligten zur exakten Festlegung der Standorte und Ausführung ebenfalls unter Berücksichtigung von Eigentumsverhältnissen, Kabelklärungen und Sichtbeziehungen für am Ende ca. 340 Standorte.
Nach den Festlegungen startet die Werkplanung für die Anfertigung der Schildtafeln und der Bearbeitung der Tragkonstruktion bevor dann die ausführende Baufirma unter Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht die Standorte herstellt. Im Anschluss müssen alle Schilderstandorte noch exakt eingemessen,
Dokumentiert und in die Straßendatenbank des Bundes eingetragen werden. Nach baulichem Abschluss beginnt dann die Arbeit der Abrechnung, Dokumentation und der Nachweisführung zur Verwendung von Fördermitteln.

Können Sie grob die Schritte zusammenfassen, die Sie seitdem der Zuwendungsbescheid da ist, bis jetzt zur Umsetzung abgearbeitet haben?

Unser Büro erhielt vom Landkreis Mansfeld-Südharz den Auftrag, anhand der Zielkategorisierung das Projekt einheitliches touristisches Leitsystem für die Genehmigungsplanung und Ausführungsplanung umzusetzen. Folgende Arbeitsabläufe bzw. Arbeitsschritte wurden von uns durchgeführt:

  1. Erarbeitung der Zielspinnen für die 2021 kategorisierten touristischen Ziele.
  2. Befahrung von Standorten bzw. Kreuzungsbereichen zur Analyse.
  3. Dokumentation wichtiger Kreuzungspunkte mittels Fotografie und skizzenhafte Darstellung der Kreuzungsbereiche.
  4. Beschaffung und Aufbereitung des Kartenmaterials sowie Einarbeitung der Konzeptstandorte (Knotenpunkte) für die weitere Bearbeitung mit Hilfe von CAD.
  5. Bearbeitung der fotografierten vorhandenen Schildertypen mittels computergestützter Konstruktion für die neue touristische wegweisende Beschilderung.
  6. Anfertigung von Knotenskizzen – Dokumentation inklusive:
    – Bildhafte Darstellung der konstruierten Neubeschilderung
    – Zeichnerische Darstellung der Schilderstandorte im Knotenpunkt
    – Textliche Erläuterung der Montage- und Demontagemaßnahmen
    – Textlicher Hinweis auf den Knotenstandort und die Richtung der Zielangabe
  7. Zusätzliche Aufnahme und Neukonzeption des innerörtlichen Leitsystems in den jeweiligen Kommunen, aufgrund der Weiterverfolgung der Ziele von überregionaler Beschilderung bis zum Zielort der Sehenswürdigkeit (Kontinuitätsprinzip).
  8. Erstellung von Ortskarten mit Darstellung der Ziele.
  9. Abstimmungen mit den Projektbeteiligten über die vorgesehene Beschilderung der Ziele.

FAQs

Was bedeutet „ETLS“?

Die Abkürzung „ETLS“ steht für das Projekt „Einheitliches touristisches Leitsystem“, dass aktuell für den Landkreis Mansfeld-Südharz umgesetzt wird. 

Was ist der Nutzen eines Beschilderungsprojekts?

Das Ziel des Projekts ist es, den motorisierten touristischen Verkehr zu den vielseitigen Sehenswürdigkeiten unserer Region zu lenken. So werden die Highlights von Mansfeld-Südharz sichtbarer gemacht und helfen Reisenden bei der Orientierung. Auch umliegenden Landkreisen verfügen über solche Leitsysteme. Somit kann ein überregionaler Lückenschluss erfolgen, von dem die Tourismusbranche profitieren kann. 

Wie wird der Verkehr gelenkt?

Im Rahmen des Projekts werden braune Hinweistafeln und Schildeinsätze aufgestellt bzw. in bestehende Beschilderung integriert. Diese weisen mit den Namen der Sehenswürdigkeiten (teilweise auch mit zusätzlichen Piktogrammen) oder Umschreibungen den richtigen Weg. 

Was musste bei der Umsetzung bedacht werden?

Die Planung und Umsetzung eines solchen, umfassenden Beschilderungsprojekts für einen Landkreis unserer Größe braucht eine gewisse Zeit. Für die Projektbearbeitung mussten viele verschiedene Interessensgruppen involviert und Richtlinien berücksichtigt werden. Seit dem Eingang des Zuwendungsbescheids wurde in enger Zusammenarbeit mit den Bewilligungsbehörden daran gearbeitet, das Projekt vom Papier auf die Straße zu bekommen. Weitere Informationen zum Projektablauf finden Sie im Zeitstrahl zu den Meilensteinen, hier auf der Webseite.

Wie viele Ziele werden ausgeschildert?

Im gesamten Landkreis werden insgesamt 69 Ziele ausgeschildert, die mit Hilfe der RtB (Richtlinie für touristische Beschilderung) kategorisiert wurden. 

 

Warum ist mein Lieblingsort nicht dabei und wird nicht ausgeschildert?

Die Auswahl der auszuschildernden Ziele beruht auf der RtB (Richtlinie für touristische Beschilderung). Diese definiert klar, welche Sehenswürdigkeit als touristisches Ziel ausgeschildert werden darf. Da kann es gut sein, dass der persönliche Lieblingsort diese Kriterien leider nicht erfüllt. 

 

Über das Projekt

Projektname Implementierung des Touristischen Leitsystems im Landkreis Mansfeld-Südharz
Laufzeit 25.11.2022 – 31.12.2025
Projektsumme 963.760,75 EUR
Projektträger Landkreises Mansfeld-Südharz unterstützt durch die Standortentwicklungsgesellschaft Mansfeld-Südharz mbH
Förderprogramm GRW

Gefördert und unterstützt durch

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Die Personalstellen im Strukturwandel werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie dem Land Sachsen-Anhalt und dem Landkreis Mansfeld-Südharz gefördert.